Aug 25 2009

Migros Textilfresh: Ökologischer und organisationeller Unsinn

Published by vinc at 9:44 am under Sonstiges

Seit Jahren bringe ich meine Hemden zur Textilreinigung. Zu Beginn in eine unabhängige Kleinreinigung, seit meinem Umzug zu Coop. Kürzlich bin ich auf ein Angebot der Migros aufmerksam geworden, Textilfresh heisst der neue Service und verspricht die Reinigung von Hemden innerhalb von 48 Stunden. Preislich ist Textilfresh gleich teuer wie Coop, sFr. 3.90 pro Hemd, es ist jedoch ein Abonnement erhältlich, mit welcher im Endeffekt die Reinigung pro Hemd sFr. 3.50 kostet.

Was sich anhört wie eine gute Sache hat sich im Selbstversuch als unausgereift und für den Kunden überaus unpraktisch herausgestellt. Es beginnt beim Service: Wo bei Coop von einer Mitarbeiterin mit einem Lächeln ein Wäschesack überreicht und beim Ausfüllen des beiliegenden Zettels geholfen wird, setzt man bei der Migros auf die Mitarbeit des Kunden. Wäschesäcke und die Karten dazu gibt es im Selbstbedienungsmodus an einem kleinen Stand. Das Vorgehen, was ausgefüllt werden muss und wo welcher Teil der Kärtchen hingehört muss der Kunde selber herausfinden.

Zweiter Unsinn, diesmal ökologischer Art: Die Wäschesäcke. Bei Coop werden wiederverwendbare Taschen aus Baumwolle benutzt, bei Migros sind es welche aus Plastik. Unverständlich.

Somit komme ich schon zum nächsten Manko, welches für mich persönlich das störendste war: Pro Wäschesack sind nur 4 Wäschestücke erlaubt! Ironischerweise hatte ich 9 Hemden dabei, was ich tatsächlich in 3 dieser umweltschädlichen Plastiktaschen verteilen musste. Gleichzeitig waren dazu 3 Kärtchen auszufüllen, zu verteilen und auch 3 Belege im Portemonnaie aufzubewaren.

Zuletzt musste ich bei der Kasse auch noch im Voraus bezahlen, ein weiterer Unterschied zu Coop, wo bei der Abholung bezahlt wird. Was geschieht wohl, wenn ein Hemd beschädigt wird oder verloren geht? Ich gehe nicht davon aus, dass mir der Betrag zurückerstattet wird.

Zusammengefasst: Was bei Coop kaum eine Minute dauert war bei Migros eine komplizierte Prozedur, bei der ich alles in allem gut 5 – 7 Minuten verloren habe. Auf die Frage, ob ich gerne ein Abonnement hätte, habe ich mit einem Lächeln geantwortet, ich hätte zur Zeit kein Interesse.

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