Archive for November, 2007

Nov 12 2007

Kunde nicht erwünscht

Published by vinc under Sonstiges

Es ist soweit! Nach Jahren öffentlicher Verkehrsmittel haben meine Feundin und ich nun beschlossen, uns ein eigenes Fahrzeug zu leisten. Ein Peugeot 307 sollte es sein, klein und wendig, mit einem akzeptablen Preis- / Leistungs-Verhältnis. Nach ausgiebiger Suche auf dem Internet fanden wir schliesslich ein interessantes Fahrzeug, welches sogar mitten in Zürich – nähe Albisriederplatz – in einer Garage stand. Erfreut über den Fund beschlossen wir, das Autocenter baldmöglichst zu besuchen, um die paar wichtigsten Fragen zu stellen und eventuell sogar das Fahrzeug probezufahren.

Schon am nächsten Tag konnte ich mich früh von der Arbeit verabschieden, so dass wir es uns gelang, 10 Minuten vor Ladenschluss an der Theke der Garage zu stehen. Dass eine Probefahrt nicht mehr drinnliegen würde war einleuchtend, trotzdem wollten wir das Fahrzeug kurz sehen und wie erwähnt Fragen stellen. Nun standen wir dort und warteten, warteten und warteten. Verkäufer um Verkäufer lief an uns vorbei, die Empfangsdame gab sich Mühe, nicht in unsere Nähe zu gelangen und und jeder war selbstverständlich streng daran bedacht, uns nicht direkt in die Augen zu schauen, aus Angst, wir würden ihn direkt ansprechen und eine Frage stellen. Potenzielle Kunden, welche gerne viel Geld ausgegeben hätten, sah offensichtlich niemand in uns. Als wir die 10 Minuten wie bestellt und nicht abgeholt abgesessen hatten, verliessen wir unverrichteter Dinge das Gebäude.

Warum sind so viele Verkäufer in der Schweiz nicht daran interessiert, ein Geschäft zu tätigen? Kann es sein, dass der Wohlstand in der Schweiz ein Niveau erreicht hat, bei welchem es überflüssig ist, freundlich zum Kunden zu sein? Auffallend ist, dass es sich hier um eine generelle Beobachtung handelt. Sei es beim Italiener um die Ecke, im Kino oder auch nur im Supermarkt an der Kasse, es wird immer schwieriger, den Leuten ein Lächeln zu entlocken. Es scheint fast so, als ob in der gesamten Servicebranche eine gewisse Unzufriedenheit herrschen würde. Dies, Obwohl es noch immer mit der Konjunktur aufwärts geht und so manches Geschäft dieses Jahr hervorragende Umsätze verbuchen wird.

Wie ich feststellen musste ist Autokauf in der Schweiz jedenfalls ein überaus spannendes Thema. Wie sagt man im Internet so schön: „Keep you posted“!

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Nov 08 2007

Auf der anderen Seite

Published by vinc under Sonstiges

Auf der anderen SeiteRating: 4.5 / 5 

Mit “Auf der anderen Seite” sah ich letztes Weekend in den Arthouse Kinos in Zürich einen bemerkenswerten Film. Es handelt sich um einen deutschen Film von Fatih Akin, welcher auf unterhaltsame Weise Schwierigkeiten im interkulturellen Umgang zwischen Deutschen und Türken aufzeigt. Unterschiedlichste Personen begegnen sich durch bizarre Zufälle und beeinflussen gegenseitig ihr Schicksal, teils positiv, teils sehr negativ. Der Film endet nicht mit einem Happy End und regt – wahrscheinlich auch deswegen – zum Nachdenken an. Traurige Sequenzen wurden jedoch mit viel Feingefühl umgesetzt, so dass ich “Auf der Anderen Seite“ auch sensibleren Lesern durchaus empfehlen kann.

 

Interessant fand ich, dass ein möglicher Beitritt der Türkei zur EU mehrmals erwähnt wird. Mir ist unklar, welchen Zweck der Regisseur hiermit verfolgt, Förderlich für einen Beitritt ist es jedoch sicher nicht.

Grundsätzlich scheint es Mode zu sein, Filme nach diesem auch hier benutzten Schema zu drehen. Als erstes verfolgt der Regisseur das Leben verschiedener Personen, welche eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Dies mit dem Ziel, dass sich der Zuschauer mit den Hauptcharakteren identifiziert. Im weiteren Verlauf des Films realisiert man, dass die Hauptpersonen auf irgendeine Art und Weise miteinander verlinkt sind und sich gegenseitig beeinflussen. Ein solcher Film war auch “Babel“ wobei die Hauptthematik hier eher die zunehmende Globalisierung war.

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Nov 01 2007

Rosso

Published by vinc under Restaurants

Rating: 3.5/5

Als Bewohner von Zürich muss man einmal im Rosso gewesen sein. Dieser Auffassung war ich noch bis vor kurzem. Schon mehrmals hatte ich nämlich gelesen und gehört, die Lage und die Räumlichkeiten seien ausserordentlich speziell und die Pizza sei die Beste in Zürich. Um dort Speisen zu können benötigte ich jedoch ganze vier Anläufe, für mich persönlich ein Rekord. Als meine Freundin und ich an einem Wochenende das Rosso besuchen wollten mussten wir im Internet erstaunt feststellen, dass das Lokal doch tatsächlich am Samstagabend geschlossen ist. Aus welchen Gründen eine Pizzeria in Zürich an einem Samstag geschlossen hat, ist jedoch eine andere Frage. Ein wenig später wollte ich mit einem Arbeitskollegen im Rosso essen gehen, als wir jedoch an einem Donnerstag um 19h ohne Reservation dort auftauchten, gab es in der nächsten Stunde keinen Platz mehr. Ähnliches Spiel eine Woche später, als ich an einem Freitag um 16h für eine Reservation anrief, für den Abend jedoch bereits alles ausgebucht war.

Nach drei erfolglosen Versuchen sollte man vernünftigerweise das Restaurant abschreiben, meine Neugier siegte jedoch über meine Vernunft, so dass es mir schliesslich gelang, während der Woche dort zu reservieren. Mit extrem hohen Erwartungen betrat ich das Lokal – und wurde bitter enttäuscht.

Zugegeben, meine Erwartungen waren hoch, sehr hoch, wahrscheinlich zu hoch, um alle zur vollsten Zufriedenheit erfüllt zu werden. Aber der Reihe nach: Das Rosso befindet sich in der Nähe des Bahnhofs Hardbrücke in einem alten, äusserlich verlotterten Gebäude, welches aber einen besonderen Charme ausstrahlt. Das Innere ist relativ einfach, die Beleuchtung dunkel, wirkt aber durch Kerzenschein sehr gemütlich und in der Mitte des Saales steht ein grosses Kamin. Um 20h kam trat ich mit einem Freund ins Lokal und musste als Erstes um die 10 Minuten irgendwo in der Mitte stehen bleiben, bis sich endlich eine Kellnerin unserer erbarmte und 30 Sekunden ihrer Zeit opferte, um uns an den reservierten Tisch zu führen. Nach einem solchen Start ist es verständlicherweise schwierig, den Abend in vollen Zügen zu geniessen, noch schwieriger wurde es, als wir den „Nüsslisalat“ bestellen wollten, dieser jedoch schon alle war. Das Highlight des Abends – zugegeben – war die Pizza, welche in der Tat ausgezeichnet ist. Ob es sich nun wirklich um die beste Pizza der Stadt handelt, ist schwierig zu beurteilen, es könnte aber durchaus die dünnste sein. Die Auswahl ist eigentlich relativ mager, die Preise dafür eher hoch und der Service, wie bereits angetönt, zuwenig effizient. 

Fazit: Wenn das Ziel einer Pizzeria darin besteht, den Kunden eine möglichst guten Pizza zu servieren, dann ist das Rosso dieser Vorstellung schon relativ nahe. Alle Kunden, welche aber auch wert auf die anderen Gänge und insbesondere den Service legen, werden im Rosso kaum glücklich. Für mich war’s ein Versuch wert, beim nächsten Besuch eines Italieners suche ich mir jedoch wieder eine kleine, gemütliche und günstige Pizzeria, bei welcher ich auch an einem Samstag zwei Stunden im Voraus reservieren kann.
 

Restaurant Rosso

Geroldstrasse 31

8005 Zürich

043 / 818 22 54
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