Archive for October, 2007

Oct 30 2007

Traktorverbot auf gewissen Hauptachsen?

Published by vinc under Politik

Nach einem erholsamen Weekend im schweizerischen Goms fuhr ich kürzlich mit dem Auto abends zurück in Richtung Zürich. Wie so Viele stellte auch ich mir in der Nähe von Sihlbrugg die Frage, welche Streckenwahl zur Minimierung der Fahrzeit am geeignetsten sei, der Weg über den Hirzel oder jene Strasse, welche der Sihl folgt. Aufgrund der späten Uhrzeit und des fliessenden Verkehrs entschied ich mich für das Sihltal, was sich jedoch später als einen grossen Fehler entpuppen sollte.

Knapp 5 Minuten nach der Abbiegung auf die entsprechende Hauptstrasse fand ich mich hinter einer Autokolonne wieder, welche mit einer Geschwindigkeit von ziemlich exakt 40km/h unterwegs war. Mein anfängliches Erstaunen über einen derart regelmässigen Stau wich bald purem Zorn, als ich realisierte, dass der Urheber dieser Schlange ein Traktor war, welcher zum Transport von Gütern ausgerechnet die Hauptverkehrszeit gewählt hatte. Aufgrund des hohen Gegenverkehrs gelang es den nachfolgenden Fahrzeugen nicht, den Traktor zu überholen, so dass ich während 30 Minuten Fahrt nach Zürich mit 40 km/h viel Zeit zum nachdenken hatte. Dass die Bauernlobby während dieser Zeit in meiner Gunst noch ein weiteres Stückchen in die Tiefe fiel, ist leicht verständlich.

Warum wählt ein Bauer, dessen Einkommen grösstenteils von Subventionen besteht, für eine Verschiebung von A nach B ausgerechnet die Zeit, in welcher er am meisten Personen verärgert? Insbesondere, da man davon ausgehen kann, dass die seinem Traktor folgenden Individuen wahrscheinlich grösstenteils Schweizer Steuerzahler sind, im Prinzip also seine Existenz finanzieren. Der Gedankengang könnte sogar auf folgende Frage reduziert werden: Welcher normale Lohnempfänger ärgert absichtlich seinen Geldgeber? Zugegeben, meine Darstellung ist absichtlich überspitzt, trotzdem steckt mit Sicherheit ein Körnchen Wahrheit dahinter. Abgesehen von meiner politischen Einstellung, welche der aufmerksame Leser mittlerweile herausgespürt haben dürfte, stellte ich mir die Frage, ob es verhältnismässig wäre, ein solches Verhalten rechtlich zu unterbinden. Immerhin störte der Traktorfahrer an diesem Abend dutzende Autofahrer, den sich anschliessend gebildeten Stau mit eingerechnet dürften es leicht ein paar Hunderte gewesen sein. In meiner damaligen, momentanen Gemütslage kam ich jedenfalls zum Schluss, dass ein solches Verhalten nicht toleriert werden sollte. Würde ein Traktorverbot auf gewissen Hauptachsen zu gewissen Zeiten Sinn machen? Wäre vielleicht ein grundsätzliches Verbot von langsamen Fahrzeugen zu bestimmten Zeiten sinnvoll?

Die Fragen werden unbeantwortet bleiben. Zum einen masse ich mir nicht an, über genügend fundiertes, politisches Wissen zu verfügen, um solche Fragen tiefer diskutieren zu können, zum anderen kenne ich den Tagesablauf eines Bauern zu wenig, um einschätzen zu können, ob eine solch störende Fahrt am Abend wirklich unbedingt notwendig ist. Trotzdem sollten sich Bauern solche Fragen durch den Kopf gehen lassen, denn es sind exakt diese Momente, welche einem bei der nächsten Abstimmung zu einem Agrarthema wieder in den Sinn kommen.

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Oct 21 2007

Da Michelangelo

Published by vinc under Restaurants

Rating: 3/5

Wie die Mehrheit der in Zürich beheimateten Personen geniesse auch ich es, ab und zu die Kochtöpfe beiseite zu legen und mich in einem Restaurant bedienen zu lassen. Aufgrund der enormen Qualitäts- und Preisunterschiede, welche in den unzähligen Lokalitäten dieser schönen Stadt anzutreffen sind, möchte ich es nicht versäumen, auch in diesem Blog gewisse selber durchlebte Erlebnisse zu veröffentlichen. Dies einerseits um zu verhindern, dass besondere Etablissements in die Tiefen der Vergessenheit abgleiten, andererseits aber selbstverständlich auch, um den Lesern zu ermöglichen, besondere Erfahrungen selber zu durchleben.

Für den Auftakt wird ein Quartierrestaurant namens Da Michelangelo herhalten müssen, welches ich gestern Abend zusammen mit meiner Partnerin besucht habe. Am späten Nachmittag hatte ich davon gelesen und freute mich nun, wieder einmal bei einem Italiener eine gute Pizza geniessen zu dürfen.

Das Sprichwort, dass der erste Eindruck immer der wichtigste sei, darf in diesem speziellen Fall nicht allzu ernst genommen werden, relativ gross war nämlich meine Enttäuschung beim Betreten des Lokals. Während sich meine Gedanken eine kleine, romantische Pizzeria im Kerzenlicht ausgemalt hatten, fanden wir mehrere, äusserst karg wirkende Zimmer vor, welche schon fast als Hallen bezeichnet werden könnten. Das Etablissement war wesentlich grösser, als ich es von aussen vermutet hätte, was mir angesichts des vorgefundenen Lärmpegels schmerzlich bewusst wurde.

Die aufgrund dieser Umstände aufgekommene Skepsis dem Personal und Essen gegenüber war jedoch zu unserem Glück unbegründet. Für einen sehr akzeptablen Preis drufte ich einen ausgezeichneten Nüsslisalat, gefolgt von der Pizza des Hauses genannt Michelangelo, verzehren. Die Geschwindigkeit und Freundlichkeit des Personals war in Anbetracht der vielen anwesenden Gäste zufriedenstellend.

Fazit: Für einen romantischen Abend bei Kerzenlicht ist das Da Michelangelo mit Sicherheit die falsche Wahl, wer jedoch auf der Suche nach einer einfachen Beiz für einen geselligen Abend mit Freunden ist, wird im Michelangelo zu einem sehr fairen Preis solide italienische Kost vorgesetzt bekommen.

 

Restaurant Da Michelangelo

Gertrudstrasse 37

8003 Zürich

044 451 32 31

Map

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Oct 16 2007

Sicko

Published by vinc under Movies

SickoRating: 4 / 5

Vor einigen Wochen habe ich mir den letzten Film von Michael Moore mit dem etwas einfallslosen Titel “Sicko” angesehen. Die Tatsache, dass ich einen Blogeintrag mehrere Wochen später schreibe, ist eigentlich ein glücklicher Zufall. Glücklich, weil mich der Film ziemlich beeindruckt hat und es mir wohl unmittelbar nach seiner Sichtung an Objektivität gemangelt hätte. Zufall, weil ich zu jener Zeit schlichtwegs diesen Blog noch nicht aufgeschalten hatte.

Erwartungsgemäss geht Michael Moore gleich zu Beginn relativ erbarmungslos mit dem amerikanischen Gesundheitswesen um. Traurige Beispiele verdeutlichen seine Ausführungen, wie die Geschichte eines Mannes, welcher sich bei einem Unfall zwei Finger absägt und sich im Spital doch tatsächlich aus Geldmangel für das Annähen von nur einem Finger entscheiden muss. Der Regisseur verdeutlicht den miserablen Zustand des dortigen Gesundheitswesens und es wird einem bewusst, welch ungeheurer Druck auf Personen ohne Krankenversicherung lasten muss.

Leider driftet Moore in der zweiten Hälfte etwas ab, als er sich nämlich nach Europa begibt, um das hiesige Gesundheitssystem zu betrachten. Jeder Europäer weiss, dass sowohl das französische, als auch das britische Gesundheitswesen gewiss nicht zu den besten und insbesondere nicht zu den finanziell ausgeklügeltsten gehören. Trotzdem werden diese Länder von Michael Moore als das Paradies auf Erden dargestellt, als einen Ort, an welchem Medikamente und ärztliche Behandlungen von jedermann kostenlos in Anspruch genommen werden können. Die Kehrseite der Medaille, nämlich die schwierige Finanzierung und die steigenden Gesundheitskosten, lässt er geschickt aussen vor.

Obwohl Moore auch in diesem Film Aussagen und Schriftstücke völlig aus dem Kontext reisst, um neu gruppiert grössere Effekte zu erzielen, bleibt der Film empfehlenswert. Er vermittelt einen guten Eindruck über einen Teil der herrschenden Probleme in den Vereinigten Staaten und kann bis zu einem gewissen Grad nicht nur als unterhaltend, sondern auch als lehrreich bezeichnet werden.

Nicht vorenthalten möchte ich Euch zum Schluss ein Zitat aus der NZZ vom 12. Oktober 2007, welcher dem Beschrieb von Moores vergeblichem Versuch folgt, Patienten auf dem Militärgefängnis Guantanamo Bay behandeln zu lassen: “Als er erwartungsgemäss abgewiesen wird, begibt er sich mit seinen Mitreisenden in die Hände des kubanischen Gesundheitswesens, die ihm freilich freudig entgegengestreckt werden. Denn nur Fidel Castro versteht sich besser auf antiamerikanische Propaganda als Michael Moore.”

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Oct 16 2007

Life is short, enjoy it!

Published by vinc under Sonstiges

Ein seltsames Motto, für einen Blog unter Vielen, welcher in den Weiten des Internets womöglich gar nie Beachtung finden wird. Tatsache ist, dass ich schon über ein Dutzend Webseiten mein Eigen nennen durfte, kaum eine schaffte es jedoch längerfristig, sowohl meine, als auch der Leser Interesse aufrecht zu erhalten, womit auch das Recht zur elektronischen Weiterexistenz verwirkt war. “Wozu dann dieser Aufwand?” wäre jetzt die naheliegende Frage. Da ich – wie es bereits der Titel suggeriert – der Meinung bin, dass das Leben kurz ist und man es nutzen sollte, gebe ich meiner technikaffinen Ader einfach nach und eröffne auch diese Seite, wobei Sinn oder Unsinn in meiner Betrachtungsweise keine Kriterien waren.

Nach einem Podcast und zwei Blogs ist dies nun der vierte Versuch, längerfristig meine Gedanken zu bündeln und zu publizieren. Das Ziel ist nicht, durch diesen Blog Aufmerksamkeit oder Internetbekanntheit zu erlangen, sondern nur mir und der interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit zu geben, etwas über den Tellerrand zu schauen.

Dementsprechend vage möchte ich auch in der Themenwahl für diesen Blog bleiben. Entgegen allen Marketingregeln, welche einen gezielten Themenbereich für ein bestimmtes Lesersegment empfehlen, werde ich über tägliche Gedanken und Ereignisse schreiben, welche mich persönlich auf irgendeine Art und Weise berührt haben. Sollte sich im Laufe der Zeit eine gewisse Neigung zu bestimmten Themenkreisen herauskristallisieren, werde ich den Blog entsprechend anpassen.

Ich danke allen, welche Interesse für diesen Blog zeigen und wünsche bereits jetzt viel Spass beim lesen.

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